Innovation hautnah bei der Fach-Exkursion in Mittersill

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Ein buntes Programm lockte vergangenen Montag, den 4. November 2013 rund 80 Unternehmer aus den Bayerischen und Salzburger Projektdestinationen des EU-INTERREG-Projekts „Innovationen in Destinationen“ zur Innovations-Fachexkursion ins Nationalparkzentrum nach Mittersill im Salzburger Pinzgau.

Bereits um 06:15 Uhr startete ein Bus aus Gmund am Tegernsee, um die TeilnehmerInnen aus den drei bayerischen Projektregionen Tegernsee, Chiemgau und Berchtesgadener Land abzuholen. Auch auf der Salzburger Seite machte sich um 07:45 Uhr ein Bus auf den Weg, die TeilnehmerInnen aus den drei Destinationen Ferienregion Tennengau, Ferienregion Lungau und Flachau aufzusammeln und in die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern zu führen, wo man sich zu einem grenzübergreifenden Erfahrungsaustausch zum Thema „Freizeit- und Tourismusinnovationen“ traf.

Mittersill_LembergerDie Vortagsreihe im Veranstaltungssaal des Nationalparkzentrums Hohe Tauern wurde von Univ. Doz. Mag. Dr. Arnulf Hartl von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg und Petra Lemberger, Vereinsgeschäftsführerin und Projektleiterin der Marke „Hohe Tauern Health“ eingeleitet. Die beiden stellten auf anschauliche Weise die Entwicklung des Urlaubsprogramms „Hohe Tauern Health“ vor, welches sich mit der touristischen Aufbereitung der Krimmler Wasserfälle und des Nationalparks Hohe Tauern für Allergiker und Asthmatiker befasst. Hohe Tauern Health kann als ein Beispiel für ein perfekt funktionierendes Innovationsnetzwerk dienen. Denn hier trafen sich in der Entwicklung Wissenschaft und Wirtschaft: Gestützt auf Mittersill_Hartl_Gruppeeinem gesundheits-wissenschaftlichen Befund, der die Wirkung des fein zerstäubten Wasserfallnebels zur Verbesserung der Lungenfähigkeit bestätigt, wurde hier nach und nach ein touristisches Produkt entwickelt, das von Allergikerhotels mit zertifizierten Allergikerzimmern bis zu umfassenden ärztlich begleiteten Paketen wie „Wasserfall-Wochen“, „Wasserfall-Schnuppern“ oder „Wasserfall-Asthma-Camps“ für Kinder reicht. Bereits durch einen zweiwöchigen Urlaubsaufenthalt in der Region inklusive mehrmaligem Besuch des Wasserfalls lassen sich Asthmaleiden nachweislich und auch nachhaltig verbessern, erklärt Dr. Hartl in seinen Ausführungen. Frau Lemberger berichtete dazu stolz, dass sich aufgrund der erfolgreichen Therapiewirkung der Krimmer Wasserfälle bereits zahlreiche Stammgäste akquirieren ließen und sich auch die Übernächtigungszahlen in der Region seit dem Start des Projekts 2009 positiv entwickelt haben. Ein nächster Schritt sei es nun, die Idee eines Kurprodukts voranzutreiben, um den Markt auch in Zukunft möglichst ganzheitlich bedienen zu können. Zusätzlich werde gerade an einem erweiterten Gesundheitsangebot für den Winter gearbeitet.

Mittersill_Edlinger„Innovationen hautnah“ und wortwörtlich „zum Anfassen“ gab es für die TeilnehmerInnen bei einer exklusiven Führung durch die Nationalparkwelten Hohe Tauern, geleitet von Uwe Edlinger, dem operativen Leiter des Nationalparkzentrums. Dieser begeisterte dabei nicht nur mit seinem Enthusiasmus für die Ausstellung sondern vor allem durch sein Hintergrundwissen zu den einzelnen Themenwelten. „Wir wollen kein Ersatz für die echte Natur und auch kein verstaubtes Museum sein, sondern die Menschen zum eigenen Entdecken motivieren. Jeder soll die Information erhalten, die er sucht“. Getreu diesem Motto dominieren im Ausstellungsbereich der Nationalparkwelten auch keine verglasten Schaukästen und Informationstafeln, sondern audiovisuell aufbereitete und ganzheitlich erlebbare Ausstellungswelten. Das vielfältige Angebot reicht vom erlebbaren Murmeltierbau, über eine inszenierte Pinzgauer Almwelt bis zum weltweit einzigartigen Panoramafilm „Nationalpark 360°“.

Mittersill_EderAbschließend berichtete Mag. Christian Eder, Hotelier des Castello Königsleiten und seines Zeichens begeisterter Jodel-Guide, von der Umsetzung des „Königsleitner Jodelwanderwegs“, dessen Mitbegründer er ist. Entstanden ist der Gedanke ursprünglich aus seiner eigenen Leidenschaft zum Jodeln heraus und seinem Wunsch diese Freude auch mit anderen teilen zu können. So ergab sich bald die Idee zu einem selbstständig „erwanderbaren“ Erlebnisweg mit verschiedensten Stationen zum Mit- und Nachjodeln wie beispielsweise das „Riesenalphorn“, die „Juchiza-Station“ oder eine begehbare „Riesenkuhglocke“ mit Kuhglockenorgel. Dass Jodeln nicht nur ein österreichischer Brauch ist, sondern auch internationales Potential besitzt, zeigte der Hotelier dabei anschaulich anhand zahlreicher Fotos und internationaler Videoberichte.

Mittersill_MittagspauseInsgesamt erwies sich die Innovations-Fachexkursion, organisiert von der Tourismusforschung der FH Salzburg, in den Salzburger Pinzgau als voller Erfolg, bei der die 80 TeilnehmerInnen einerseits erfolgreiche Innovationsbeispiele kennenlernen konnten, andererseits Gelegenheit zum grenzübergreifenden Erfahrungsaustausch und Networking hatten, aber auch Raum zur kritischen Diskussion blieb.