Abtenauer Heilwasser: Chance für den Tennengauer Tourismus?

Am Donnerstagnachmittag, den 26. September 2013, trafen sich 15 VertreterInnen von Tennengauer Tourismusverbänden, Betrieben und Gemeinden, um über die Chancen des Gesundheitstourismus zu diskutieren, Innovationspotenziale zu erwägen und schließlich eigene Ideen zu diesem Thema zu sammeln. Das große Interesse am Projekt spiegelte sich auch in der Teilnahme von insgesamt drei Bürgermeistern der Region Tennengau wieder. Anwesend waren Fritz Holztrattner aus Bad Vigaun, Anton Kaufmann aus Golling sowie Johann Quehenberger aus Abtenau.

Ten-2-1Der zweite von drei aufeinander aufbauenden Workshops des EU-INTERREG-Projekts „Innovationen in Destinationen“ fand dieses Mal im Medizinischem Zentrum Bad Vigaun statt. Moderiert wurde er wiederum von Lorenz Maschke, Innovationsberater des ITG-Innovationsservice für Salzburg. Franz Pölzleitner, Geschäftsführer des Gästerservices Tennengau eröffnete mit seiner Begrüßung den Workshop und dankte zudem Mag. (FH) Verena Buzanich vom Marketing des Medizinischen Zentrums Bad Vigaun für die Zurverfügungstellung der Örtlichkeiten.

Ten-2-3Nach einem kurzen Projektrück- und Ausblick, referierte Dr. Georg Christian Steckenbauer, Forschungsleiter an der FH-Krems und  Autor der Studie „Touristische Potentialabschätzung natürlicher Heilvorkommen in Salzburg“, über die allgemeinen Herausforderungen und Potentiale von Gesundheitstourismus in Salzburg und ging danach im Speziellen auf die Region Tennengau und Dachstein West ein. Die große Schwierigkeit des Gesundheitstourismus sieht der Experte vor allem in der engen Verzahnung von medizinischem und tourismuswirtschaftlichem Know-How. So bezeichnet er diesen gerne als „die Königklasse der touristischen Produktentwicklung und Vermarktung.“ Die Präsentation von Dr. Steckenbauer ist hier zum Download bereit gestellt.

Das gesundheitstouristische Potential im Tennengau beschreibt er in Verbindung mit zwei unterschiedlichen Spezialisierungen und Ressourcen. Einerseits bietet der medizinische Indikator „Chronischer Rückenschmerz“ eine breite Zielgruppe mit einem ebenso groß angelegten Konkurrenzspektrum, andererseits würde die schmale Zielgruppe von Psoriasis-Erkrankten (ugs. „Schuppenflechte“) einen spezialisierten Markt eröffnen, in dem es weltweit (noch) sehr wenig Anbieter gibt. Als vielversprechende Ressourcen im Tennengau vorkommender Heilmittel nannte er „Salz“ und das „Abtenauer Heilwasser“, zu dem allerdings noch kein medizinischer Wirkungsnachweis in Form einer wissenschaftlichen Studie vorliegt.

Ten-2-2Ten-2-4Im anschließenden Arbeitsauftrag an die TeilnehmerInnen galt es die von Dr. Steckenbauer aufgeworfenen Diskussionspunkte in Kleingruppen zu besprechen und daraus in weiterer Folge gesundheits-touristische Ideen für die Destination Tennengau abzuleiten. Grundsätzlich sollte dabei geklärt werden welche der beiden Spezialisierungen – Rückenschmerz oder Psoriasis – aus touristischer Sicht sinnvoll und umsetzbar seien und wie die Ressourcen Salz und Heilwasser künftig für Gäste zugänglich und touristisch genutzt werden könnten. In der darauffolgenden Gedankensammlung erweckte vor allem das Thema „Abtenauer Heilwasser“ großes Interesse bei den Anwesenden. Der Abtenauer Bürgermeister Johann Quehenberger erklärte dazu, dass die positive Wirkung des Wassers bei Stoffwechselerkrankungen bereits von zahlreichen Privatpersonen bestätigt wurde. Neben dem Thema „Stoffwechselerkrankungen“, thematisierten die Workshop-TeilnehmerInnen auch das Thema „Salz“ und „Freiluft Fitness“ als mögliche Innovationsschwerpunkte für den Tennengau. Weitere Gedanken bezogen sich auf allgemeinere Nutzungsmöglichkeiten des Abtenauer Wassers, auf Psoriasis und Burn-Out-Erkrankungen.

Der nächste und dritte Workshop in Form eines Ideen-Labors findet Anfang November statt. Ziel wird es hierbei sein, ganz konkrete Produkt- und Prozessinnovationsideen zu entwickeln, welche dann in der Destination unter der Leitung der Innovations-Coaches weiterverfolgt werden. Nähere Details werden noch bekannt gegeben.