Innovationsworkshop 2: Familientourismus im Berchtesgadener Land

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Am Dienstag den 17. September 2013 fand im Kongresshaus Berchtesgaden der zweite von drei Innovations-Workshops der Region Berchtesgadener Land im Rahmen des EU-Projekts “Innovationen in Destinationen” statt. Dazu versammelten sich wiederum rund 20 kreative und ideenreiche Köpfe, um ihre Gedanken zum Thema “Familientourismus” zu sammeln und gemeinsam zu diskutieren.

Bereits beim Basis-Workshop im April hatte sich gezeigt, dass Familienfreundlichkeit zu den Kernkompetenzen des Berchtesgadener Land gehört. Mit der Idee des Familien-Wanderns wurde hier bereits ein erster erfolgreicher Grundstein in diese Richtung gelegt, so Stephan Köhl, Geschäftsführer der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH.

Lorenz Maschke, Innovationsberater des ITG-Innovationsservice für Salzburg und Moderator des Workshops begrüßte die Gastredner des Nachmittags, Ludwig Thieme, Thomas Wirnsperger und Josef Kendlbacher sowie Mag. Stefanie Eichbauer als Vertreterin der FH-Salzburg. Er fasste die wichtigsten Eckdaten der Workshop-Reihe im Rahmen des EU-INTERREG-Projektes zusammen.

BGLT_2_1Im Anschluss präsentierte Ludwig Thieme, Themenmanager bei Bayern Tourismus Marketing und Zuständiger für die Marke “Kinderland Bayern”, aktuelle Zahlen und Statistiken zum Wirtschaftsfaktor Familienurlaub in Bayern. Er betonte die wesentlichen Ansprüche der Zielgruppe nach Bademöglichkeiten, freiem Raum, Natur, “Platz zum Toben” sowie attraktiven Ausflugmöglichkeiten und verwies in diesem Zusammenhang auf die idealen Gegebenheiten des Berchtesgadener Landes. Trotz leicht rücklaufender Zahlen im Familienurlaub aufgrund des demografischen Wandels bis 2030 sei dieser aber keinesfalls ein aussterbender Markt, versicherte Thieme. Hier sehe er das Potential vor allem bei den “jungen Alten”, die zunehmend Reisen mit ihren Enkelkindern unternehmen würden.

BGLT_2_2BGLT_2_3Der Geschäftsführer des TVBs Großarltal Thomas Wirnsperger und Hotelier Josef Kendlbacher  vom 4* Familien-Resort Moar-Gut schilderten danach auf eindrucksvolle und anschauliche Weise, wie sich das Thema Familienfreundlichkeit in einer Destination bzw. innerhalb eines Betriebs erfolgreich umsetzen lässt. “Im Wesentlichen geht es darum authentisch zu bleiben. Wer sind wir und was können wir? Hinhören und Ideen aufgreifen”, fasste Thomas Wirnsperger den Ideenfindungs- und Umsetzungsprozess im Großarltal zusammen. Auch Hotelier Kendlbacher betonte: “Du musst stets hinter dem stehen was du tust. Wenn du zum Beispiel ein Golfhotel führst und selbst kein Golfer bist, wirst du auch nicht erfolgreich sein, weil über was willst du dann mit deinen Gästen reden.”

Die Präsentation von Hrn. Wirnsberger ist hier zum Nachlesen downloadbar. Die von Hrn. Kendelbacher findet sich hier bereitgestellt.

Unter Zuhilfenahme der Fragestellung “Vorschläge, wie Familienfreundlichkeit für Gäste neu erlebbar gemacht und damit das Profil der Region unterstützt werden kann?” begaben sich die Workshop-TeilnehmerInnen dann ihrerseits daran, Ideen für mögliche Familienurlaubs-Innovationen in ihrer Region zu sammeln.

BGLT_2_4Vor allem die gemeinsame und lückenlose Kommunikation von bereits bestehenden Angeboten sowie die Sicherstellung derer Qualität schien den anwesenden Touristikern ein besonderes Anliegen zu sein. Dabei komme es vor allem darauf an, ein Bewusstsein für die Natur zu entwickeln, Einfaches zu inszenieren und sich auf die eigene Tradition zu besinnen, so das Credo der Workshop-TeilnehmerInnen. Die Ideen ließen sich in insgesamt acht Themenfeldern zusammenfassen: “Zentrale Services”, “Qualität”, “Transparenter Informationspool”, Kombi-Tickets”, “Familien-Wandern”, “Natur und Tradition inszenieren”, “Investition in Angebote” sowie “Marketing-Aktionen”.

Im dritten und für heuer letzten Workshop der Reihe, dem “Ideen-Labor” am 22. Oktober 2013 von 14-17h (Ort wird noch bekannt gegeben) werden nun Ideen zum Thema “Natur und Tradition inszenieren” weiter vertieft und zu Umsetzungskonzepten ausgearbeitet.

BGLT_2_5Ludwig Thieme (Bayern Tourismus), Mag. Eichbauer (FH-Salzburg), DI Lorenz Maschke (ITG), Josef Kendlbacher (Moar-Gut), Thomas Wirnsberger (TVB Großarltal), Stephan Köhl (BGLT)